Einstein und die Wiesn
Albert Einstein – man bringt ihn mit revolutionären physikalischen Entdeckungen wie der Relativitätstheorie, dem photoelektrischen Effekt und anderen in Verbindung. Die wenigsten wissen jedoch, dass Einstein und seine Familie einen erheblichen Beitrag zur Modernisierung einer der wichtigsten bayerischen Traditionen lieferten: Dem Oktoberfest.
(english version below)
Einstein wurde 1879 in Ulm in einer säkularen jüdischen Familie geboren. Schon kurz nach seiner Geburt zog die Familie Einstein nach München, wo Alberts Vater Hermann und sein Onkel Jacob fünf Jahre später die „Elektrotechnische Fabrik J. Einstein & Cie“ gründeten. Diese stellte als eine der ersten Firmen elektrische Geräte her und gewährleistete die Münchner Stromversorgung. Es war Hermann Einstein, der unter anderem den Stadtteil Schwabing, das Klinikum Rechts der Isar und die Brauerei Hacker-Pschorr mit einer elektrischen Beleuchtung ausstattete.
Auch das Oktoberfest sollte eine elektrische Beleuchtung bekommen, denn bisher war das große Volksfest gar nicht oder nur unzureichend mit Gaslaternen ausgestattet. Einsteins Firma wurde 1885 beauftragt, die Außenbeleuchtung mit 16 Bogenlampen zu gewährleisten. Für die Besucher war es eine Sensation, denn die Lampenart war erst sechs Jahre zuvor zum ersten Mal im Einsatz gewesen. Und eine wirklich funktionstüchtige Stromversorgung entwickelte sich in München erst in den 1920er Jahren. 1892 folgte das erste elektrische Fahrgeschäft und später auch das erste beleuchtete Festzelt.
Fortan wurde die Wiesn Jahr für Jahr von Einsteins Firma beleuchtet. Auch der junge Albert ist dabei. Kaum zu glauben: Der später weltbekannte Physiker beteiligt sich am Aufbau des Festes, indem er Kabel verlegt und Lampen montiert und so für die Beleuchtung des Schottenhamel-Festzeltes sorgt. Für ihn ist es eine gute Gelegenheit, sich etwas dazuzuverdienen; er ist im Geschäft seines Vaters häufig als Aushilfselektriker tätig.
Doch 1897 mussten die Einsteins ihre Firma schließen, denn während die Wechselstromtechnik immer populärer wurde, hielten sie am Gleichstrom fest und konnten mit der Konkurrenz nicht mehr mithalten.
Albert Einstein wuchs in München auf, verbrachte dort seine gesamte Kindheit und baute das Oktoberfest auf. Seine Kindheit und Jugend war von der bayerischen Kultur geprägt - und von der jüdischen.
(english version - translation by Jan-Bernd Meyer)
Albert Einstein is widely associated with revolutionary discoveries in physics, such as the theory of relativity, the photoelectric effect, and more. Few, however, know that Einstein and his family made a significant contribution to the modernization of one of Bavaria’s most important traditions: the Oktoberfest.Einstein was born in 1879 in Ulm into a secular Jewish family. Shortly after his birth, the family moved to Munich, where Albert’s father Hermann and his uncle Jacob founded Elektrotechnische Fabrik J. Einstein & Cie five years later. The company was one of the first to manufacture electrical equipment and helped ensure Munich’s electricity supply. Hermann Einstein, among other projects, electrified the Schwabing district, the Klinikum Rechts der Isar, and the Hacker-Pschorr brewery.
The Oktoberfest was also to receive electric lighting, as the large folk festival had previously been either unlit or inadequately lit with gas lamps. In 1885, Einstein’s company was commissioned to provide the outdoor lighting using sixteen arc lamps. For visitors, this was a sensation, as this type of lamp had only been used for the first time six years earlier. A fully functional power supply in Munich would not emerge until the 1920s. In 1892, the first electrically powered ride appeared, followed later by the first illuminated festival tent.
From then on, the Wiesn (Oktoberfest) was illuminated every year by Einstein’s company. The young Albert even participated: unbelievably, the future world-famous physicist helped set up the festival by laying cables and installing lamps, including those for the Schottenhamel tent. For him, it was a chance to earn some extra money, as he often worked as a temporary electrician in his father’s business.
However, in 1897, the Einsteins had to close their company. While alternating current technology was becoming more popular, they remained committed to direct current and could no longer compete.
Albert Einstein grew up in Munich, spending his entire childhood there and helping build the Oktoberfest. His upbringing was shaped both by Bavarian culture and by his Jewish heritage.
Siehe unter: https://www.muenchen.tv/historische-fakten-albert-einstein-und-die-wiesn-12217/
https://www.focus.de/reisen/deutschland/oktoberfest/tid-19779/wiesn-geschichten-hilfselektriker-albert-einstein-jobben-im-schottenhamel-zelt_aid_549964.html
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